„Bewegen“ und Müll vermeiden

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„Bewegen“ und Müll vermeiden

Am 7. Mai 2019, Geschrieben von , In Allgemein,

Annelore Winkler-Kick vom Frauenbund Landau stellt die Umweltprojekte des Vereins vor

Von Andrea Luderer-Ostner Landau.

Die bundesweite Kampagne „bewegen“ startete im März mit dem Internationalen Frauentag. „Nur wer bewegt ist, kann andere bewegen“, ist der Leitgedanke des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB). Die Kampagne soll auf Themen, die den Frauenbundfrauen am Herzen liegen, aufmerksam machen. Annelore Winkler-Kick, Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Landau, unterstützt diesen Bewegungsgedanken seit einigen Jahren und bringt sich mit immer neuen Ideen ein, um Müll und Plastik zu vermeiden. „Das ist mir persönlich sehr wichtig“, sagt sie. Nicht immer 100-prozentig gelinge es im Alltag, doch viele kleine und beherzte Schritte könnten etwas bewegen. Die Gründerinnen des KDFB hatten 1903 eine Vision: sie wollten eine Gesellschaft, in der Frauen selbstbewusst und engagiert ihre Rechte verwirklichen. Tief verwurzelt im Glauben, gestärkt durch ein lebendiges Netzwerk und ausgestattet mit einer gehörigen Portion Mut setzten sie sich für Gleichberechtigung, Wertschätzung und Chancengleichheit ein. Diese Wertschätzung für die Umwelt lebt Annelore Winkler- Kick beispielsweise in selbst hergestellten Wachstüchern, die wie Klarsichtfolie verwendet werden können – nur eben öfter. Aufmerksam wurde sie auf Bienenwachstücher durch einen Bericht in der Zeitung: „Die Montessorischule vor Ort bot am Tag der offenen Schultür Bienenwachstücher zum Verkauf an.“ Geeignete Baumwollstoffreste lagen zu Hause. Das notwendige Bienenwachs stammte für den ersten Versuch aus den Überresten von Weihnachten. „Bienenwachs kaufte ich für die nächste Produktion bei einem Imker vor Ort, Kiefernharz und Bio-Jojobaöl musste ich über das Internet bestellen“, so Winkler- Kick. Die Frauenbund-Vorsitzende hat sich dazu einige Tricks erarbeitet. Aus 100 Prozent Baumwolle und nicht zu dick sollten die Stoffe sein. Vor dem Tränken mit der Wachsmischung werden sie gewaschen und gebügelt. Einen geeigneten Topf zum Erhitzen des Wachses im Wasserbad erstand sie kostengünstig im Kaufhaus WarenWert. Sonstige Hilfsmittel sind Kochlöffel, Schaschlikspieße und Wäscheklammern aus Holz. „Momentan nehme ich in Landau mit Apotheken und dem Eine- Welt-Laden Kontakt auf und hoffe auf eine positive Rückmeldung“, erklärte Annelore Winkler-Kick. Die vergangenen Jahre stellten Mitglieder des KDFB Landau bereits Obst- und Gemüsesäckchen her. Vor drei Jahren war die Vorsitzende mit der Produktion von Küchenpads (statt Spülschwamm) bzw. Hautpeeling- Pads aus Sisalgarn beschäftigt. Im vorletzten Jahr strickte sie Spüllappen aus Baumwolle. Mit der Herstellung der Bienenwachstücher möchte Annelore Winkler- Kick einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz leisten. Jährlich werden weltweit rund 290 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Bis zu 450 Jahre braucht Plastik bis es sich zersetzt hat. Viele Kunststoffe enthalten schädliche Chemikalien. Mit diesen und vielen weiteren Fakten rief im Februar 2016 der Katholische Deutsche Frauenbund und der Verbraucher Service Bayern zu einer siebenwöchigen Fastenaktion „Plastikfasten“ auf. Das Problem am Plastik sei die Menge. Diese reiche vom modischen Designerstuhl bis zum Joghurtbecher. Leicht an Gewicht, günstige Herstellung und Farben und Formen sind die „Vorzüge“ von Plastik. Keiner sei zum völligen Verzicht aufgerufen, sondern dazu, bewusst damit umzugehen, nachzudenken und zu handeln. Die schöne bunte Plastikwelt verbrauche eine Menge Energie und Ressourcen. Jeder Mensch in Deutschland verbraucht durchschnittlich 117 Kilogramm Kunststoffe pro Jahr. Allein ein Drittel davon sind Verpackungen. „Recyceln ist gut, aber vermeiden ist besser“, so die Umweltaktion. Die Wachstücher statt Folie sind ein Beitrag zum Plastikfasten. „Wer seinen Plastik- und Alufolienverbrauch reduzieren will, kann jetzt als Alternative Wachstücher zum Einwickeln und Abdecken von Lebensmitteln verwenden. Das Tuch hält Lebensmittel auf natürliche Weise frisch“, erklärte Annelore Winkler-Kick. Die Tücher sind wiederverwendbar, mit Spülmittel getränktem Lappen abwischbar; mit handwarmem Wasser abwaschbar dann zum Trocknen aufhängen. Sie besitzen antibakterielle Eigenschaften und halten Lebensmittel frisch. Bei mehrmaliger Verwendung pro Woche sollte ein Tuch ca. ein Jahr halten. Die Tücher sind aus 100 Prozent Baumwolle, deshalb biologisch abbaubar und kompostierbar.

 

 

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